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GEA DairyRobot R9500 2021 Edition Besticht im Praxistest

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Profi Magazin Einsatzbericht: GEA DairyRobot R9500 Edition 2021: Details mit großer Wirkung 

Mit der Edition 2021 stellt GEA ein Update seines automatischen Melksystems DairyRobot R9500 vor. Erfahren Sie hier, welche Verbesserungen damit verbunden sind.

Ein Bericht von Martin Zäh.

 

Die Edition 2021 ist ein Update des Gea DairyRobot R9500. Was es beinhaltet, zeigt das Beispiel in einem Betrieb mit umgebautem Fischgrätenmelkstand. (Bildquelle: Tovornik)

 

Gut zu wissen

  • Mit der Edition 2021 verpasst Gea seinem Melkroboter DairyRobot R9500 ein ordentliches Update.
  • Es erlaubt verlängerte Wartungs­intervalle sowie eine Reduzierung der Servicekosten um bis zu 20 %.
  • Auf den Einsatz von Peressigsäure kann verzichtet werden.
  • Mit dem Update sind bis zu 10 % mehr Melkungen pro Tag möglich.
  • Altbesitzer haben die Chance zur Nachrüstung.
  • Top Zugang zum Euter dank Grube.

 

Auf den ersten Blick sieht die Edition 2021 des DairyRobot R9500 so aus wie sein Vorgänger. Einzig die „Nase“ an der Edelstahlverkleidung verrät das Update. Sie steht für die vielen Änderungen unter der Haube, die Gea für eine höhere Effizienz unternahm.

So ist mit der Edition 2021 der Tierwechsel um ganze 26 Sekunden beschleunigt — macht bei 60 Kühen einen Zeitgewinn von über einer Stunde täglich. Im Fokus der Verbesserungen stand auch die Reduzierung der Wartungs- und Reparaturkosten. So müssen bestimmte Dichtungen nur noch alle sechs anstatt bislang alle drei Monate gewechselt werden. Doch der Reihe nach.

 

Erkennungsmerkmal der Edition 2021 ist die Nase in der (hier abgenommenen) Edelstahlverkleidung. (Bildquelle: Tovornik)

 

In-Liner ja, aber…

Das Besondere am automatischen Melk­system von Gea ist bekanntermaßen das sogenannte In-Liner-Everything-Prinzip. Heißt: Nach dem Eintreten der Kuh in die Melkbox wird nicht Zitze für Zitze gereinigt. Stattdessen werden sofort alle Melkbecher angehangen, und zugleich alle Zitzen mit warmem Wasser von anhaftendem Schmutz gereinigt, stimuliert und vorgemolken.

Folglich sind mit dem In-Liner-Every­thing-Prinzip die Bewegungen unterm Euter auf ein Minimum reduziert — was Energie und Zeit spart und die Verschleppung von Krankheiten von Zitze zu Zitze reduziert. Nach der viertelgenauen Prüfung des Vorgemelks auf Farbveränderungen durch Blut, Überprüfung von Milchfluss, -menge, -temperatur und Leitwert sowie einer Online-Messung auf den Zellzahlgehalt (Option) erfolgt beim Gea R9500 ein nahtloser Übergang zum eigentlichen Melk­vorgang.

Dieser findet seinen Abschluss mit einem Dippen der Zitzen — was wiederum ebenfalls im Melkbecher stattfindet. Neu ist ein auf Milchsäure basierendes und für Biobetriebe zugelassenes Dippmittel, das bereits beim Dippen eine Zwischendesinfektion der Melk­becher erlaubt.

Bislang setzte Gea konsequent auf Peressigsäure zur Melkzeug-Zwischendesinfektion. Darauf kann nun verzichtet werden. Neu ist, dass die Melkbecher nach ihrer Abnahme gleichzeitig von außen und von innen gereinigt werden. Das Reinigen der Kamera erfolgt (mit verbesserter Düse) nun ebenfalls zeitsparend parallel dazu.

Was sich lapidar anhört, summiert sich im Laufe eines Tages. Konkret gibt Gea die hiermit verbundene Zeitersparnis mit 26 Sekunden je Melkvorgang an. Macht bei 60 Kühen je Roboter und durchschnittlich 2,7 Melkungen täglich bei einem Milchfluss von 2 l/min eine Ersparnis von 70 Minuten am Tag.

Bei 7,5 Minuten Melkzeit je Tier sind so täglich fast zehn Melkungen mehr möglich. In unserem Beispiel könnte die Zahl der Melkenden je Melksystem rechnerisch von 60 auf fast 64 Tiere erhöht werden.

Das sogenannte MilkRack verbleibt wie gehabt während des Melkens passiv unterm Euter. Melkbecher können so nicht auf den Boden fallen und folglich keinen Dreck ansaugen. Und durch die gleichmäßige Belastung der Melkbecher sind im Idealfall alle Euterviertel zügig und gleichmäßig leer gemolken.

Das Design des Racks wurde insoweit verbessert, als dass es Schmutz weniger Ablagefläche bietet und sich folglich einfacher reinigen lässt. Neu ist auch die Seilführung. Sie soll unplanmäßige Reparaturen reduzieren, zugleich verspricht sich Gea damit eine Verlängerung des Serviceintervalls.

Treu geblieben ist sich Gea in Sachen Zugang zum Euter über eine Grube. Tatsächlich gibt es reichlich Praktiker, die zum Anlernen von Färsen, für Euterbehandlungen und fürs ­Trockenstellen eine Grube nicht missen möchten. Erwähnenswert ist hier der 2020 eingeführte Zementkit. Er erleichtert mit festgelegten Maßen die Montage von Leerrohren und Abflüssen und vermeidet Fehler beim Bau des Plateaus für die Melkbox.

 

Für seine beschleunigte, einfachere Fehlersuche kommen nun bei den Leitungen für Wasser. Dippmittel und Druckluft unterschiedliche Farben zum Einsatz.

 

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Die neue GEA Monobox DairyRobot R9500 - Edition 2021

GEA erweitert die Funktionalitäten des automatischen Einzelbox-Melksystems Monobox. Die neue Version heißt DairyRobot R9500 und ermöglicht, bis zu drei Boxen kombiniert an eine Versorgungseinheit anzuschließen. Dies soll nach GEA-Informationen die Effizienz erhöhen, die Komplexität des Equipments reduzieren und den Verbrauch von Wasser und Energie senken.

Beim neuen DairyRobot R9500 steht auch das bewährte Guided-Exit-Konzept zur Verfügung, das die Kühe zu einem Selektionstor führt, sobald sie die Box nach dem Melken verlassen. Von dort kann die Kuh entweder in den Selektionsbereich, zurück zur Herde oder zurück in den Wartebereich geleitet werden. Zudem sollen Designoptimierungen an den Eingangs- und Ausgangstüren sowie an Endrahmen und Futtertrog die AMS-Durchsatzleistung erhöhen.

Zur Überwachung der Eutergesundheit ist optional der Zellzahlsensor DairyMilk M6850 erhältlich. Der Sensor ermittelt die Zellzahlklasse kontinuierlich bei jeder Melkung auf Viertelebene, ohne den Einsatz von Verbrauchsmaterialien. Außerdem ist der DairyRobot R9500 mit der neuesten Generation (G5) des Time-of-Flight (ToF) Kamerasystems von GEA ausgestattet.